Putzen & Pflege

Waschmaschine reinigen: Hausmittel, die wirklich sauber machen

Deine Waschmaschine riecht nicht, weil sie alt ist, sondern weil sich an drei Stellen ein Biofilm aus Waschmittelresten und Fett festsetzt. Mit Zitronensäure, Natron und 45 Minuten Zeit bekommst du den ohne Spezialreiniger weg.

Kurz gefasst: Reinige einmal im Monat Gummidichtung, Einspülkasten und Flusensieb von Hand und lass die Maschine alle vier bis sechs Wochen leer bei 90 Grad laufen. Gegen Kalk hilft Zitronensäure, gegen Geruch und Fettfilm heißes Spülwasser oder Natron. Essig gehört nicht in die Maschine, weil Essigsäure Gummi und Dichtungen angreift. Und die Tür bleibt nach dem Waschen offen, sonst fängt alles von vorn an.
45 Minuten

So lange dauert die komplette Handreinigung von Dichtung, Fach, Sieb und Pumpe. Der Leerlauf läuft danach von allein.

Rund 3 Euro

500 Gramm Zitronensäure kosten in der Drogerie etwa 2 bis 4 Euro und reichen für acht bis zehn Anwendungen.

Einmal im Monat

Handreinigung monatlich, Heizstab und Trommel alle vier bis sechs Wochen, Zulaufsieb einmal im Jahr.

Warum riecht die Waschmaschine überhaupt?

Der Geruch kommt aus einem Biofilm. Das ist eine zähe Schicht aus Waschmittelresten, Weichspüler, Hautfett und Textilfasern, in der sich Bakterien wohlfühlen. Sie bildet sich überall dort, wo nach dem Waschgang Wasser stehen bleibt und keine Luft hinkommt.

Drei Orte sind fast immer betroffen:

  • Die Gummidichtung der Tür. In der umlaufenden Falte sammelt sich Restwasser mit Flusen. Das ist die Stelle, an der du schwarze Punkte siehst.
  • Der Einspülkasten. Weichspüler wird mit der Zeit zäh und legt sich als Schmierfilm in den Schacht dahinter.
  • Flusensieb und Ablaufpumpe. Unten im Sockel stehen dauerhaft ein paar Deziliter Wasser. Kommen Haare und Flusen dazu, riecht es faulig.

Begünstigt wird das durch Waschen bei 30 Grad und durch Flüssigwaschmittel, das keine Bleiche enthält. Beides ist im Alltag sinnvoll, verlangt aber eine regelmäßige Gegenmaßnahme.

Was können Essig, Zitronensäure, Natron und Backpulver?

Die vier Hausmittel werden oft in einem Atemzug genannt, obwohl sie völlig unterschiedlich arbeiten. Zwei lösen Kalk, zwei neutralisieren Geruch und Fett. Nur eines davon gehört in die laufende Maschine.

MittelWofür es taugtDosierungVorsicht
Zitronensäure (Pulver)Kalk an Heizstab und Trommel4 Esslöffel, etwa 60 Gramm, direkt in die TrommelNur bis 60 Grad. Bei größerer Hitze kann sich schwer löslicher Kalkzitrat bilden
Essig oder EssigessenzKalk an herausnehmbaren Teilen wie Flusensieb oder EinspülkastenEin Teil Essigessenz auf zehn Teile Wasser, nur außerhalb der MaschineNie in den Waschgang. Essigsäure greift Gummidichtungen, Schläuche und Metall an
NatronGeruch, Fettfilm, Schmierschicht im Einspülkasten2 Esslöffel in einem Liter heißem Wasser lösenLöst keinen Kalk. Wer damit entkalken will, wartet vergeblich
BackpulverNotlösung für kleine FlächenEin Päckchen in wenig Wasser zu einer Paste rührenEnthält Stärke und Trennmittel, die Rückstände hinterlassen können
Der praktische Weg: Zitronensäure für den Leerlauf, heißes Wasser mit Spülmittel oder Natronlösung für alles, was du mit dem Lappen erreichst. Damit deckst du beide Probleme ab, ohne der Maschine zu schaden.

Schritt für Schritt: Dichtung, Flusensieb, Ablaufpumpe, Einspülkasten

Arbeite in dieser Reihenfolge, dann fließt kein Schmutzwasser in bereits gereinigte Teile zurück.

  1. Gummidichtung, etwa 10 Minuten. Klapp die Falte mit den Fingern nach außen und hol Flusen, Haare und Münzen heraus. Wisch die Falte mit heißem Spülwasser aus, für dunkle Flecken nimmst du eine alte Zahnbürste. Zum Schluss trocken reiben, sonst bleibt Feuchtigkeit stehen.
  2. Einspülkasten, etwa 20 Minuten davon 15 Minuten Einweichen. Zieh das Fach ganz heraus, meist gibt es dafür einen kleinen Entriegelungsknopf im Weichspülerfach. Leg es in heißes Wasser mit Natron. Den Schacht dahinter erreichst du mit einer schmalen Flaschenbürste.
  3. Flusensieb, etwa 10 Minuten. Handtuch und flache Schale bereitlegen. Viele Geräte haben einen kleinen Notablaufschlauch hinter der Klappe, damit läuft das Wasser kontrolliert ab, oft ein bis zwei Liter. Dann das Sieb herausdrehen, unter fließendem Wasser abbürsten und den Dichtring prüfen.
  4. Ablaufpumpe, etwa 5 Minuten. Durch die offene Siebkammer greifst du an das Flügelrad und drehst es mit dem Finger. Es muss sich frei bewegen. Haare, Münzen oder Bügel-Reste kommen jetzt heraus. Danach das Sieb handfest zudrehen und einen kurzen Spülgang starten, um auf Dichtheit zu prüfen.
  5. Trommel und Heizstab. Zitronensäure in die leere Trommel geben und ein Programm bei 60 Grad ohne Vorwäsche starten.

Wie oft ist der 90-Grad-Leerlauf wirklich nötig?

Alle vier bis sechs Wochen reicht in den meisten Haushalten. Ein Leerlauf bei 90 Grad braucht je nach Gerät rund 1,5 bis 2 Kilowattstunden. Bei 35 Cent pro Kilowattstunde sind das etwa 50 bis 70 Cent.

Du brauchst ihn häufiger, wenn du fast nur bei 30 Grad wäschst, ausschließlich Flüssigwaschmittel oder Waschkapseln nutzt und die Maschine in einem feuchten Keller steht. Du brauchst ihn seltener, wenn ohnehin regelmäßig Handtücher oder Bettwäsche bei 60 Grad mit pulverförmigem Vollwaschmittel laufen. Das Pulver enthält Bleiche und arbeitet bei jedem Waschgang gegen den Biofilm mit.

Welche Fehler bringen den Geruch zurück?

  • Essig in den Waschgang geben. Er löst zwar Kalk, greift aber über Monate Gummi und Dichtungen an. Der Schaden zeigt sich erst, wenn die Maschine tropft.
  • Zu wenig Waschmittel dosieren. Wer bei hartem Wasser die Weichwasser-Dosierung nimmt, bekommt Fettreste in der Trommel. Die Wasserhärte steht auf der Website deines Versorgers.
  • Tür und Einspülkasten immer schließen. Beides muss nach dem Waschen offen bleiben, bis alles trocken ist.
  • Wäsche stundenlang in der Trommel lassen. Feuchte Textilien in einem geschlossenen Behälter sind die perfekte Umgebung für Bakterien.
  • Weichspüler überdosieren. Er ist der Hauptgrund für den Schmierfilm im Einspülkasten.
  • Nur die Trommel putzen. Der Geruch sitzt fast nie dort, sondern in Dichtung, Fach und Sieb.

Pflegeplan: was monatlich und was quartalsweise fällig ist

  • Nach jedem Waschgang: Tür und Einspülkasten offen lassen, die Dichtungsfalte kurz trocken wischen.
  • Monatlich: Dichtung gründlich reinigen, Einspülkasten einweichen, Flusensieb öffnen.
  • Alle vier bis sechs Wochen: Leerlauf bei 90 Grad oder Entkalkung mit Zitronensäure bei 60 Grad. Beides nicht kombinieren.
  • Quartalsweise: Ablaufpumpe und Flügelrad prüfen, Ablaufschlauch auf Knicke kontrollieren, Sockelbereich hinter der Klappe auswischen.
  • Jährlich: Das kleine Sieb im Zulaufschlauch am Wasserhahn abschrauben und entkalken. Vorher den Hahn zudrehen.
Kann ich Zitronensäure und Natron zusammen benutzen?

Nein, sie neutralisieren sich gegenseitig. Nutze Natron für Fett und Geruch an Dichtung und Fach, Zitronensäure separat im Leerlauf gegen Kalk. Nacheinander, nicht gleichzeitig.

Wie viel Zitronensäure gehört in die Trommel?

Vier Esslöffel Pulver, also etwa 60 Gramm, direkt in die leere Trommel. Dann ein Programm bei 60 Grad ohne Wäsche starten. Bei sehr hartem Wasser darfst du auf 80 Gramm gehen.

Warum riecht die Maschine trotz Leerlauf weiter?

Dann sitzt der Biofilm nicht in der Trommel, sondern in Dichtung, Einspülkasten oder Siebkammer. Diese drei Stellen erreicht kein Waschprogramm. Sie müssen von Hand gereinigt werden.

Sind Waschmaschinenreiniger aus dem Handel besser?

Sie wirken zuverlässig gegen Kalk und Fett, kosten pro Anwendung aber meist 2 bis 4 Euro. Zitronensäure leistet beim Kalk dasselbe. Die Handarbeit ersparen dir beide nicht.

Was tun, wenn die Wäsche muffig riecht statt der Maschine?

Meist liegt es an Restfeuchte. Nimm die Wäsche innerhalb einer Stunde heraus, wasche Handtücher regelmäßig bei 60 Grad und prüfe, ob du zu wenig Waschmittel dosierst.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Preise und Verbrauchswerte sind Richtwerte.

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