Garten für Anfänger

Hochbeet anlegen: Die Schichten von unten nach oben

Ein Hochbeet ist im Kern ein stehender Komposthaufen mit Deckel aus Pflanzerde. Die Reihenfolge der Schichten entscheidet darüber, ob es sich selbst mit Nährstoffen versorgt oder nach einem Jahr zusammenfällt.

Kurz gefasst: Von unten nach oben kommen grober Baum- und Strauchschnitt, dann Laub und feiner Grünschnitt, dann umgedrehte Rasensoden, dann grober Kompost und ganz oben 20 bis 30 Zentimeter Pflanzerde. Bei 80 Zentimetern Höhe sind das etwa 25, 15, 10, 10 und 20 Zentimeter. Unten gehört ein Wühlmausgitter hin, an die Innenwände bei Holz eine Noppenfolie. Rechne im ersten Winter mit einem Absacken von 10 bis 20 Prozent und plane Material zum Nachfüllen ein.
3 bis 4 Stunden

Vom leeren Rahmen bis zur fertigen Befüllung, wenn das Material bereitliegt. Zu zweit deutlich schneller.

1.280 Liter

So viel Füllmaterial schluckt ein Hochbeet von 2,00 mal 0,80 Meter bei 80 Zentimetern Höhe.

30 bis 50 Euro

Kosten für die oberste Erdschicht. Der Rest der Füllung kommt meist aus dem eigenen Garten.

Welche Schichten kommen in welcher Reihenfolge?

Die Schichten arbeiten von grob nach fein. Unten liegt Material, das Luft hält und langsam verrottet, oben Erde, in der Wurzeln sofort wachsen können. Beim Verrotten entsteht Wärme, deshalb startet ein frisches Hochbeet im Frühjahr zwei bis drei Wochen früher als ein Beet im Boden.

SchichtMaterialHöhe bei 80 cm Beet
1. Drainage und GrobmaterialBaum- und Strauchschnitt, dicke Äste, Häckselgut25 cm
2. Feiner GrünschnittLaub, Staudenschnitt, dünne Zweige, Stroh15 cm
3. RasensodenGrasnarbe mit der Grasseite nach unten10 cm
4. Grober Komposthalb verrotteter Kompost, Mist, Rindenhumus10 cm
5. Pflanzschichtreifer Kompost gemischt mit torffreier Gemüseerde20 cm

Zwischen die Schichten kannst du jeweils eine dünne Lage Erde oder Kompost streuen. Das bringt die Bodenlebewesen früher in Gang. Jede Schicht wird gut angedrückt, aber nicht festgestampft, denn Luft ist Teil des Systems.

Bei niedrigen Beeten: Unter 60 Zentimetern Höhe lässt du Schicht 3 weg und verteilst die Höhe auf Grobmaterial und Pflanzschicht. Die oberste Erdschicht darf nie unter 20 Zentimeter liegen, sonst trocknet das Beet im Sommer täglich aus.

Wühlmausgitter und Noppenfolie: was ist Pflicht?

Zwei Zusatzteile werden oft zusammen genannt, sind aber unterschiedlich wichtig.

Das Wühlmausgitter ist Pflicht

Es kommt ganz nach unten, unter die erste Schicht, und wird an den Rändern etwa fünf Zentimeter hochgezogen. Verzinktes Sechseckgeflecht mit 13 Millimeter Maschenweite kostet für zwei Quadratmeter rund 8 bis 15 Euro. Ohne Gitter sitzt spätestens im zweiten Jahr eine Wühlmaus im wärmsten und lockersten Platz des Gartens. Steht das Beet auf einer Terrasse oder einem Balkon, entfällt das Gitter.

Die Noppenfolie ist sinnvoll, aber kein Muss

Sie schützt Holzwände vor dauerhafter Feuchtigkeit und verlängert die Lebensdauer eines Holzbeetes deutlich. Wichtig: Nur die Innenwände auskleiden, niemals den Boden. Ein abgedichteter Boden staut Wasser, und dann faulen die unteren Schichten statt zu verrotten. Bei Beeten aus Metall oder Stein brauchst du keine Folie.

Was darf auf keinen Fall hinein?

  • Thuja-, Kirschlorbeer- und Walnussschnitt. Diese Gehölze verrotten sehr langsam und geben Stoffe ab, die das Wachstum anderer Pflanzen bremsen.
  • Kranke Pflanzenteile. Mehltau, Kraut- und Braunfäule oder Buchsbaumtriebsterben überstehen die Rotte im Hochbeet, weil die Temperatur nicht hoch genug wird.
  • Unkraut mit Samenständen und Wurzelunkräuter. Giersch, Quecke und Winde treiben aus jedem Wurzelstück wieder aus. Sie kommen in die Biotonne, nicht ins Beet.
  • Gekochte Speisereste, Fleisch und Käse. Sie ziehen Ratten an, und zwar zuverlässig.
  • Zitrusschalen und Bananenschalen aus konventionellem Anbau. Nur in kleinen Mengen, sie verrotten langsam und sind oft behandelt.
  • Blähton, Kies oder Schotter als unterste Schicht. Das Grobmaterial übernimmt die Drainage schon. Steine machen das Beet nur schwer und nehmen Volumen weg.

Wie viel Material brauchst du für ein Beet von 2 Metern?

Rechne mit der Grundfläche mal Schichthöhe. Ein typisches Beet mit 2,00 Meter Länge, 0,80 Meter Breite und 0,80 Meter Höhe hat 1,6 Quadratmeter Grundfläche und fasst 1.280 Liter.

  • Grobmaterial, 25 cm: 400 Liter. Das entspricht etwa vier bis fünf gut gefüllten Schubkarren Strauchschnitt.
  • Laub und Grünschnitt, 15 cm: 240 Liter, also rund drei Schubkarren.
  • Rasensoden, 10 cm: 160 Liter, entspricht etwa 1,6 Quadratmeter abgestochener Grasnarbe.
  • Grober Kompost, 10 cm: 160 Liter.
  • Pflanzerde, 20 cm: 320 Liter, also sechs Säcke zu 60 Litern. Bei 5 bis 8 Euro pro Sack sind das 30 bis 50 Euro.

Wer die unteren Schichten nicht aus dem eigenen Garten zusammenbekommt, fragt beim örtlichen Wertstoffhof nach Häckselgut und Kompost. Viele Höfe geben beides günstig oder kostenlos ab, oft für 5 bis 15 Euro pro Kubikmeter.

Warum sackt das Beet ab und wann füllst du nach?

Das Absacken ist kein Fehler, sondern der Beweis, dass die Rotte läuft. Im ersten Winter verliert ein frisch befülltes Hochbeet meist 10 bis 20 Zentimeter Höhe, also etwa ein Fünftel des Volumens.

Deshalb zwei Dinge einplanen: Fülle beim Bau leicht über den Rand hinaus, mit einer flachen Wölbung in der Mitte. Und leg dir im Herbst Laub und Kompost beiseite, damit du im Frühjahr auffüllen kannst, bevor gepflanzt wird. Nachgefüllt wird immer von oben mit reifem Kompost und Erde im Verhältnis eins zu eins.

Nach etwa fünf bis sieben Jahren ist die untere Schicht komplett zu Humus geworden. Dann räumst du das Beet aus, verteilst den Inhalt als beste Erde im Garten und beginnst von vorn.

Was pflanzt du im ersten Jahr, was später?

Im ersten Jahr ist das Beet sehr nährstoffreich. Das nutzen die Starkzehrer:

  • Jahr 1, Starkzehrer: Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kohlarten, Sellerie, Lauch.
  • Jahr 2 und 3, Mittelzehrer: Salat, Spinat, Mangold, Möhren, Kohlrabi, Fenchel, Rote Bete.
  • Ab Jahr 4, Schwachzehrer: Radieschen, Feldsalat, Bohnen, Erbsen, Kräuter wie Thymian und Rosmarin.

Salat und Spinat im ersten Jahr sind keine gute Idee. Sie lagern bei hohem Stickstoffangebot mehr Nitrat ein und schmecken oft bitter. Für den Anfang gilt außerdem: lieber weniger Pflanzen mit vollem Abstand als ein volles Beet, das im Juli keine Luft mehr hat.

Wann lege ich ein Hochbeet am besten an?

Im Herbst, zwischen Oktober und November. Dann fällt genug Schnittgut und Laub an, und die Rotte kommt über den Winter in Gang. Der zweitbeste Zeitpunkt ist das zeitige Frühjahr.

Kann ich auch normale Blumenerde nehmen?

Nur für die oberste Schicht und besser torffrei. Reine Blumenerde für die ganze Füllung wäre teuer, sackt stark ab und liefert kaum Nährstoffe über die Saison hinweg.

Braucht ein Hochbeet auf der Terrasse ein Gitter?

Nein. Auf Beton, Pflaster oder Balkon kommen keine Wühlmäuse von unten. Achte dort stattdessen auf Abläufe im Boden, damit überschüssiges Wasser nach unten abziehen kann.

Wie oft muss ich ein Hochbeet gießen?

Häufiger als ein Bodenbeet, im Sommer meist täglich. Die höhere Lage und die lockere Füllung trocknen schneller aus. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt halbiert den Wasserbedarf.

Muss ich im zweiten Jahr düngen?

Meist nicht. Nachfüllen mit reifem Kompost im Frühjahr reicht in den ersten drei Jahren aus. Erst ab Jahr vier lohnt sich zusätzlich organischer Dünger für Starkzehrer.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Mengen und Preise sind Richtwerte.

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