Wasser & Energie sparen

Standby-Verbrauch: Welche Geräte im Haushalt heimlich Strom ziehen

Ein einzelnes Gerät im Bereitschaftsbetrieb kostet ein paar Euro im Jahr. Die Summe aus 15 bis 25 Geräten in einer normalen Wohnung liegt bei 60 bis 150 Euro.

Kurz gefasst: Die größten Posten sind Router, Fernsehanlage mit Receiver und Soundbar, Spielkonsole und Kaffeevollautomat. Ein Watt Dauerverbrauch kostet bei 35 Cent pro Kilowattstunde rund 3 Euro im Jahr, damit rechnest du jedes Gerät selbst aus. Schaltbare Steckdosenleisten für 10 bis 20 Euro trennen ganze Gerätegruppen. Router, Kühlgeräte, Heizungssteuerung und Rauchwarnmelder bleiben in jedem Fall am Netz.
3 Euro

Kostet 1 Watt Dauerverbrauch pro Jahr bei 35 Cent je Kilowattstunde. Die Faustformel für jedes Gerät.

8.760 Stunden

Hat ein Jahr. Genau so lange läuft ein Gerät, das nie vom Netz getrennt wird.

Unter 15 Euro

Kostet ein Steckdosen-Messgerät. Damit misst du in einer Woche, was du sonst zehn Jahre schätzt.

Wie rechnest du Standby in Euro um?

Die Formel ist kurz: Watt × 8.760 Stunden ÷ 1.000 = Kilowattstunden pro Jahr. Mal Strompreis ergibt Euro.

Bei einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde kostet also 1 Watt Dauerverbrauch rund 3,07 Euro im Jahr. Diese Zahl solltest du dir merken, weil du damit jedes Gerät in Sekunden bewerten kannst. Ein Gerät mit 5 Watt Standby kostet 15 Euro, eines mit 0,5 Watt kostet 1,50 Euro.

Der Strompreis liegt 2026 je nach Tarif und Region grob zwischen 30 und 40 Cent. Deinen genauen Wert findest du auf der Jahresabrechnung, er steht dort als Arbeitspreis. Rechne mit deinem Wert, nicht mit einem Durchschnitt.

Welches Gerät kostet wie viel?

Die folgenden Werte sind typische Spannen für Geräte im Bereitschaftsbetrieb. Neuere Geräte liegen am unteren Rand, ältere deutlich darüber.

GerätTypisch im StandbyKosten pro Jahr
WLAN-Router, dauerhaft an6 bis 12 W18 bis 37 Euro
Kaffeevollautomat mit Warmhaltung3 bis 10 W9 bis 31 Euro
Spielkonsole im Ruhemodus2 bis 10 W6 bis 31 Euro
Sat- oder Kabelreceiver3 bis 8 W9 bis 25 Euro
Soundbar oder AV-Receiver2 bis 8 W6 bis 25 Euro
PC-Arbeitsplatz mit Monitor und Peripherie3 bis 7 W9 bis 21 Euro
Fernseher, aktuelles Modell0,3 bis 1 W1 bis 3 Euro
Mikrowelle mit Uhr1 bis 3 W3 bis 9 Euro
Handy-Netzteil ohne Gerät0,1 bis 0,5 W0,30 bis 1,50 Euro

Der Fernseher ist die große Überraschung dieser Tabelle. Moderne Geräte liegen im Standby unter einem Watt, während die Zusatzgeräte drumherum das Zehnfache ziehen. Wer die Fernsehecke angeht, spart also nicht am Fernseher, sondern an Receiver, Soundbar und Konsole.

Wo liegen die größten Posten?

Vier Bereiche machen in fast jedem Haushalt den Löwenanteil aus.

  • Netzwerkecke: Router, Repeater, Netzwerkswitch, oft noch ein zweiter Router vom Anbieter. Zusammen schnell 15 bis 25 Watt rund um die Uhr.
  • Fernsehecke: Receiver, Soundbar, Streaming-Box, Konsole. Als Gruppe leicht 15 Watt, also rund 45 Euro im Jahr.
  • Küche: Kaffeevollautomat, Mikrowelle, Backofen mit Display, Dunstabzug mit Elektronik.
  • Arbeitsplatz: Monitor, Drucker, Dockingstation, aktive Lautsprecher, Ladeschale.

Der Kaffeevollautomat verdient besondere Aufmerksamkeit. Viele Geräte halten das Wasser vorgewärmt oder starten alle paar Stunden eine Spülung. In den Einstellungen findest du meist eine Abschaltautomatik, die sich von 30 Minuten auf 10 Minuten stellen lässt.

Praxistipp: Geh einmal abends mit ausgeschaltetem Licht durch die Wohnung und such nach leuchtenden Punkten. Jede LED, die im Dunkeln glimmt, ist ein Gerät im Bereitschaftsbetrieb. In einer normalen Wohnung findet man dabei 15 bis 25 Stück.

Was solltest du nicht vom Netz nehmen?

Nicht jedes Gerät verträgt die harte Trennung. Fünf Gruppen bleiben angeschlossen.

  • Router und Telefonanlage: Über die Internetleitung läuft in vielen Haushalten das Telefon. Ohne Strom ist auch der Notruf über Festnetz nicht erreichbar.
  • Kühlschrank und Gefriertruhe: Selbsterklärend, und der Neustart nach Trennung kostet mehr Energie als jede Ersparnis.
  • Rauchwarnmelder und Alarmanlagen mit Netzteil: Sicherheitsgeräte werden nie zum Sparen abgeschaltet.
  • Heizungssteuerung, Umwälzpumpe, Warmwasserspeicher: Die Regelung braucht Dauerstrom, sonst frieren Leitungen ein oder die Trinkwasserhygiene leidet.
  • Geräte mit Selbstreinigung oder Firmware-Updates: Manche Kaffeeautomaten spülen beim Ausschalten, manche Konsolen aktualisieren nachts. Hier lohnt der Blick in die Anleitung.

Bei fest angeschlossenen Geräten und bei allem, was an der Hausinstallation hängt, gilt: Finger weg von der Elektrik selbst. Steckdosen, Verteilerdosen und Sicherungskasten sind Sache einer Elektrofachkraft.

Warum messen statt schätzen?

Die Spannen in der Tabelle oben sind breit, und zwar aus gutem Grund. Zwei Router derselben Bauart können sich um den Faktor zwei unterscheiden, je nach Alter und aktiven Funktionen.

Ein Steckdosen-Messgerät kostet 10 bis 15 Euro und wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt. Lass es je Gerät 24 Stunden hängen, dann hast du einen belastbaren Tageswert statt einer Momentaufnahme. Viele Stadtwerke und Verbraucherzentralen verleihen solche Geräte kostenlos oder gegen eine kleine Kaution.

Miss in dieser Reihenfolge: erst die vier Gruppen aus dem vorigen Abschnitt, dann Einzelgeräte. Nach einer Woche weißt du, wo deine 60 bis 150 Euro liegen, und kannst gezielt handeln statt überall Stecker zu ziehen. Wie sich das in den Gesamtverbrauch einordnet, steht unter Strom sparen im Haushalt.

Steckdosenleiste, Zeitschaltuhr oder Smart Plug?

Drei Lösungen, drei Einsatzgebiete. Die teuerste ist nicht die beste.

LösungPreisPasst zuEigenverbrauch
Schaltbare Steckdosenleiste10 bis 20 EuroFernsehecke, Arbeitsplatzkeiner
Mechanische Zeitschaltuhr5 bis 10 EuroKaffeeautomat, Ladeschalenkeiner
Digitale Zeitschaltuhr10 bis 15 EuroWochenprogrammeunter 1 W
Smart Plug mit WLAN10 bis 25 EuroMessen und Fernschalten0,5 bis 1,5 W

Die schaltbare Leiste ist in den meisten Fällen die richtige Wahl, weil sie selbst nichts verbraucht und eine ganze Gruppe erledigt. Smart Plugs sind praktisch zum Messen, aber sie ziehen selbst dauerhaft Strom. Wer fünf davon einsetzt, um je 2 Watt zu sparen, gewinnt am Ende fast nichts.

Der vergessene Posten: Netzteile ohne Gerät

In fast jedem Haushalt stecken Ladegeräte in der Dose, an denen kein Handy hängt. Jedes einzelne zieht nur 0,1 bis 0,5 Watt, aber sie sind zahlreich und niemand denkt an sie.

Zehn solcher Netzteile machen rund 3 Watt und damit 9 Euro im Jahr. Der größere Punkt ist ein anderer: Billige Netzteile ohne Prüfzeichen können sich erwärmen. Ein Ladegerät gehört in die Dose, wenn geladen wird, und danach heraus. Achte beim Kauf auf CE-Kennzeichnung und einen bekannten Hersteller.

Realistisch erreichst du mit allen Maßnahmen zusammen in einem Vierpersonenhaushalt 40 bis 90 Euro weniger im Jahr. Das ist kein spektakulärer Betrag, aber er kommt jedes Jahr wieder, ohne dass du etwas dafür tun musst. Weitere Posten dieser Art stehen unter Geld sparen im Alltag.

Warum ziehen alte Geräte mehr Standby?

Ältere Netzteile arbeiten im Leerlauf ineffizient und Displays bleiben aktiv. Neuere Geräte schalten Baugruppen ab. Der Unterschied liegt im Alltag oft beim Faktor fünf bis zehn.

Verbraucht ein ausgeschalteter Fernseher Strom?

Ja, aber wenig. Aktuelle Geräte liegen unter einem Watt, also unter 3 Euro im Jahr. Die angeschlossenen Receiver und Soundbars kosten meist ein Vielfaches davon.

Schadet häufiges Trennen den Geräten?

Bei Unterhaltungselektronik in der Regel nicht. Kritisch sind Geräte mit Festplatte, laufender Aufnahme oder Firmware-Update. Die trennst du erst, wenn sie vollständig heruntergefahren sind.

Lohnt sich ein Smart Plug zum Sparen?

Zum Messen ja, zum Dauerbetrieb selten. Er zieht selbst 0,5 bis 1,5 Watt. Bei einem Gerät mit 2 Watt Standby bleibt kaum Ersparnis übrig, eine schaltbare Leiste ist dort besser.

Wo bekomme ich ein Strommessgerät?

Viele Verbraucherzentralen und Stadtwerke verleihen sie kostenlos oder gegen kleine Kaution. Der Kauf liegt bei 10 bis 15 Euro und lohnt sich, wenn mehrere Haushalte es nacheinander nutzen.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Wattangaben sind typische Spannen, keine Herstellerwerte · Strompreis Stand 2026, eigenen Arbeitspreis auf der Jahresabrechnung prüfen.

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